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Es gibt nix mehr


Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Keine Ahnung wie oft ich mir diesen Satz selber gesagt habe, eine millionen mal? Ich hatte mich Entschieden nicht mehr zu trinken, mit aller Konsequenz. Man war das ne harte Zeit. Es gibt nix mehr, gezittert wie doof, geschwitzt und dieses gottverdammte Verlangen. Aufhören, bitte es soll aufhören, nur einen Schluck. Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Es war am Anfang ein permanentes Geschrei in mir, wobei der Teufel mit Engelszungen um nur ein paar Tropfen gebettelt hat. Zum Glück war "Es gibt nix mehr" doch stärker und die Distras ( Distraneurin) und Kiffen hielten mich am Anfang über Wasser, obwohl es kein Ersatz für meinen Stoff gab. Mein Gott wie lange und wie oft habe ich es versucht ohne auszukommen, es nicht geschafft, immer wieder einen Weg gefunden doch was zu trinken. Es gibt nix mehr. Ich bin Stundenlang durch die Wälder gelaufen mir selbst sagend Es gibt nix mehr. Ich konnte mich über nichts freuen, nicht über die Sonne, nicht über hübsche Weiber nicht darüber daß das Zittern langsam weniger wurde, man hat mir doch meinen Lebensinhalt genommen. Ein Schluck und alles ist wieder gut. Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Man bin ich froh das ich statt zu saufen in der Wohnung rumgesprungen bin wie ein Kastenteufel, das ich wie von Sinnen die Fäuste geballt habe und grrrrrrrrr so laut es ging machte, den Stuhl geschüttelt habe nur um es auszuhalten. Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Halte durch, du schaffst das, aber es fühlte sich nicht so an. So einfach wäre es doch gewesen, schnell einen Flachmann klauen und gut. Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Wie lange ich so gelebt habe weiss ich nicht mehr, einige Wochen wohl, dann wurde es besser. Eine Packung Happy Hippos zum Nachmittag hab ich mir dann gegönnt um die Zeitspanne eines Tages zu fühlen, jeden Tag und ich habe die Tage gezählt, jeden einzelnen. Es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Ich weiss noch genau wie ich den Tag 99 ohne hatte, wie auf Weihnachten habe ich auf die Zahl 100 gewartet, es gibt nix mehr, es gibt nix mehr. Das alles ist schon Jahre her und das Verlangen ist weg, ja weg. Vorsichtig bin ich immer noch denn ich will das nicht nochmal durchmachen, auf keinen Fall. Nichts wäre so Schlimm für mich wie nochmal so eine Zeit. Eisern diese Zeit überstanden zu haben war meine Rettung. Die Leber war schon so groß wie ein Fussball und hätte es nicht mehr lange gemacht. Jetzt lebe ich, ja ich lebe und gar nicht mal schlecht. Vor allem aber OHNE. Es gibt nix mehr, das war mein Weg, zumindestens das was mir während des Suchtdrucks am Besten geholfen hat.Ja und die Wut und Verzweifeling raus Stampfen und Schreien.

Was noch ganz Wichtig für mich war? Selbsthilfe Gruppe, auch wenn die erste Gruppe echt Kacke war. Das Regelmäßige dahingehen hat doch ne Menge gebracht. Wenn der Idiot es geschafft hat kann ich das auch! Solche Gedanken waren auch gute Motivatoren.

15.5.15 10:36
 
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